Ein 152.416 Euro teurer Porsche 911 GT3 war und ist aber im eigentlichen Sinne eine reine Fahrmaschine mit nun 25 PS mehr Leistung, 20 Newtonmeter mehr Kraft und 0,2 Litern mehr Hubraum. Gleichzeitig konnte der Abtrieb durch den gewaltigen Heckflügel auf 155 Kilogramm gesteigert werden. Zusammen mit der Hinterachslenkung eine perfekte Voraussetzung für rasante Kurvenfahrten. Wer jetzt glaubt, dass ein 500 PS-Heckantriebsmonster wie ein rohes Ei durch enge Kurven pilotiert werden muss, der irrt erneut. "Ich lasse immer alle Helfersysteme an, dann weiß ich, ob ich gut fahre, oder, wenn ein Licht angeht, dass ich schlecht fahre", verrät auch Rennfahrer-Legende Walter Röhrl mit seinem typisch verschmitzten Gesichtsausdruck. Dass er am liebsten den ebenfalls erhältlichen Sechsgang-Handschalter fährt, verrät er natürlich auch noch. Nichts desto trotz rechnet Porsche mit einem signifikant höheren Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe-Anteil.
Und das ist angesichts der perfekten Schaltvorgänge in keiner Weise verwunderlich. Ob hoch oder runter, die Automatik kennt den korrekten Schaltpunkt noch vor dem Fahrer selbst. Das Einzige, was der Mensch noch machen muss, ist die unglaublich direkte Lenkung zum richtigen Zeitpunkt zu bedienen. Ach ja: Und die Geschwindigkeit im Auge behalten. Denn die ist schneller in die verbotene Zone gejagt, als einem lieb ist. Aus dem Stand bis Tempo 100 vergehen 3,4 Sekunden. Weitere 100 Kilometer pro Stunde kosten die beiden Insassen weitere 7,6 Sekunden. Der Physik muss erst bei Tempo 318 nachgegeben werden. Der Handschalter schafft sogar 320 Sachen, da das PDK-Getriebe einen schlechteren Wirkungsgrad aufweist. Die 17 Kilogramm Mehrgewicht spielen in solch Tempo-Zonen keine Rolle mehr. Sehr wohl eine beeindruckende Rolle spielen die bis zu 41 Zentimeter im Durchmesser großen Bremsscheiben, die für eine brachiale und magenzermürbende Verzögerung sorgt. Hier haben sich die Ingenieure bestimmt gedacht: "Wenn der Kunde schon wie eine Rakete nach vorn schießen möchte, dann kann er auch wie eine Raumkapsel am Boden landen." Nur schön, dass diese Boden-Boden-Rakete lediglich 65, beziehungsweise auf Wunsch 90 Liter Treibstoff mit sich führen kann. Sonst würde dieser Ritt in der Carbon-Kugel zu einem Ritt auf dem Pulverfass gleichkommen. "Aber immerhin einem Pulverfass mit einem Saugmotor", werden seine Fans angesichts der Tatsache, dass er im Turbo-Teich als letzte Sauger herumschwimmt, mit einer Träne im Auge sagen. Aber, wer weiß. Vielleicht bleibt er ja doch nicht der Letzte. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Fotos: Hersteller
- Details
- Geschrieben von marcel-sommer
- Veröffentlicht: 27. April 2017