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Elektrischer Käfer

VW E-Bugster (Foto: )

Optisch erinnert die Beetle-Studie, die Volkswagen jetzt in Detroit vorgestellt hat, an den Ragster aus dem Jahre 2005. Unter der Haube jedoch ist alles anders.

Es war Volkswagens Designchef Walter de\'Silva, der den geduckten weißen Käfer in der Detroiter Messehalle auf die Bühne chauffierte - und er war eigentlich der falsche Mann. Denn das Design ist an dem Beetle nicht das eigentlich Neue - es ist mehr der Inhalt.

 

Optisch erinnert der E-Bugster, ein Kunstwort aus "Bug" für Käfer und "Speedster", sehr an den "Ragster", den Volkswagen vor sechs Jahren schon einmal in Detroit als Studie präsentierte und bei dem es auch nie zur Serienproduktion gereicht hat. Niedrige, gerade mal 1400 mm hohe Karosserie, breite Radhäuser, einen kecken Spoiler am Heck - alles schon mal da gewesen. Neu allenfalls das flache Dach, das sich bei Bedarf abnehmen und in die Ecke stellen lässt.


"Mit dem E-Bugster wollten wir zeigen, dass sich Sportlichkeit auch auf einen Beetle mit reinem Elektroantrieb übertragen lässt", verkündet VW: "Ein Beetle-Speedster, 85 kW stark, in gut zehn Sekunden auf 100 km/h, ohne jegliche Emissionen - aber mit schärfsten Proportionen." Der wahre Wert allerdings steckt unter dem Kleid.

Der gerade mal 80 Kilogramm schwere Elektromotor liegt beim E-Bugster vorne unter der Haube. Gespeist wird er aus einer Lithium-Ionen-Batterie, deren Module in dem Zweisitzer hinter den Sitzen untergebracht sind. Der Energiegehalt der Akkus von 28,3 KWh reicht für eine Strecke von mindestens 180 Kilometer, versichert Volkswagen. Eine Schnellladefunktion sorgt dafür, dass der Akku an entsprechenden Ladestationen binnen 35 Minuten wieder gefüllt ist. Zuhause hängt der E-Bugster an einer normalen Steckdose.

VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
(Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)

Dank eines neuen Systems, das in Kooperation der deutschen und einiger amerikanischen Autohersteller entwickelt wurde, lässt sich der E-Bugster über alle verfügbaren Ladearten "auftanken": einphasig mit Wechselstrom und deutlich schneller mit Gleichstrom an Stromtankstellen.


"Damit entsteht ein neuer, einheitlicher Industriestandard für die Stecker künftiger Elektrofahrzeuge", verkündet Volkswagen stolz. Bislang hatten sich die Autohersteller nicht über einen einheitlichen Stecker einig werden können - auch jetzt fehlen in der Liste noch große europäische und asiatische Autohersteller. Das neue System mit dem schönen Namen "Combined Charging System" geht über die Normierung der Stecker allerdings hinaus: Es beinhaltet auch die elektrische Architektur für alle Ladearten.

VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)
VW E-Bugster (Foto: Hersteller)

Ansonsten kommt der E-Bugster technisch eher wie ein normales Elektroauto daher. Display mit Lade- und Reichweitenanzeige, Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) und so weiter. Eine Serienchance hat die Elektrostudie genauso wenig wie einst der Ragster. Immerhin soll es aber im kommenden Jahr einen Serien-Golf mit der gesamten elektrischen Antriebseinheit des E-Bugster geben. Der Oberbegriff steht auch schon fest: Blue-e-Motion.

 

 

Autor: Jürgen Wolff, Detroit  Stand: 10.01.2012
Fotos: